Im Ernst

Energieagentur: Zuhause auf Wüstenboden

Entwurf für die Null-Emissionsstadt Masdar nahe Abu Dhabi
Entwurf für die Null-Emissionsstadt Masdar nahe Abu Dhabi
© Masdar
























Von Jan Oliver Löfken

Im Wettstreit um den Hauptsitz der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) hat sich Abu Dhabi dank millionenschwerer Förderung gegen Bonn durchgesetzt. Die ehemalige deutsche Hauptstadt konnte sich jedoch noch den Sitz des Technologiezentrums der Irena sichern. Im Sinne internationaler Zusammenarbeit ist das für Deutschland keine Katastrophe, auch wenn die deutsche Vorreiterrolle bei den regenerativen Energien und dem starken Engagement für die Gründung von Irena nicht belohnt wurde.

Doch nun müssen die Arabischen Emirate zeigen, dass sie mehr können als mit Petrodollars um sich zu werfen. Allein eine Null-Emissions-Stadt - Masdar City -, die auch Irena beherbergen soll, reicht nicht aus. Noch immer sind die Emirate einer der größten Energieverschwender der Welt. Bisher sind die Anstregungen für eine nachhaltige Energieversorgung im Wüstenstaat nicht viel mehr als eine perfekt durchgeführte Imagekampagne. Taten, wie Auflagen zum energiesparenden Bauen auch außerhalb von Masdar City, könnten die Glaubwürdigkeit der Emirate steigern. Zudem müssten nun namhafte Energie-Experten nach Abu Dhabi bzw. Masdar gelockt werden. Und zwar nicht nur mit Geld, sondern auch mit hervorragenden Arbeitsbedingungen für die Erforschung der erneuerbaren Energien.

Allein der Standort des Hauptsitzes ist für den Erfolg von Irena nicht von zentraler Bedeutung. Vielmehr sind nun die teilnehmenden Staaten aufgefordert, möglichst rasch die Irena-Teilnahme auch zu ratifizieren. Deutschland und die Emirate sind diesen Schritt bereits gegangen.


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