Weniger Emotionen, mehr Angst: Das Buch als Spiegel unserer Zeit

In der Literatur der vergangenen Jahrzehnte nehmen Gefühlsäußerungen ab - nur Worte, die Angst ausdrücken, gewinnen an Raum

Bücher können unterhaltsam oder lehrreich, fantastisch oder realistisch sein. Eines gilt aber fast immer: Sie sind Zeitzeugen, die Aufschluss über die historische Periode ihrer Entstehung geben. Der gesellschaftliche oder politische Hintergrund eines literarischen Werkes kann sich aber nicht nur in der erzählten Geschichte niederschlagen. Er prägt auch die Sprache und das genutzte Vokabular. Nachgewiesen haben dies nun britische Forscher. Sie untersuchten eine große Menge englischsprachiger Literatur des gesamten 20. Jahrhunderts und stellten dabei fest, dass sich die gesellschaftlichen Befindlichkeiten und die politische Lage einer historischen Phase offenbar in der Nutzung bestimmter Stimmungswörter spiegeln. Grundsätzlich, schreiben die Forscher im Fachblatt „PLOS One“, habe sich zudem ein Trend gezeigt: Die Literatur wird sprachlich zunehmend lakonisch, die Freude oder Wut ausdrückenden Vokabeln werden immer spärlicher genutzt. Nur bei einem Gefühlszustand gibt es offenbar eine Ausnahme: Wörter, die Angst transportieren, häufen sich. ...



 

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