Warum ein Marsch die geistige Fitness fördern kann

Die regelmäßigen Erschütterungen beim strammen Gehen wirken sich positiv auf den Blutfluss im Gehirn aus
Auch beim Nordic Walking geht man strammen Schrittes.
Auch beim Nordic Walking geht man strammen Schrittes.
© Creative Commons CC0 Public Domain, Mario Ohibsky, Ulm/Germany
Chicago (USA) - Bewegung ist gesund – das dürfte jedem klar sein. Auch der geistigen Fitness tut körperliche Belastung gut. Nun haben US-Forscher Details dazu herausgefunden, warum das so ist: Strammes Gehen fördert unmittelbar die Hirndurchblutung, konnten sie mit ihren Experimenten zeigen. Die regelmäßigen Erschütterungen, welche sogar bereits durch die ganz gewöhnliche Belastung beim Gehen verursacht wird, führen dazu, dass Druckwellen die Gefäße stoßweise durchfluten, berichteten sie auf der jährlich stattfindenden Tagung „Experimental Biology” in Chicago. Und dieser hydraulische Effekt wirkt sich positiv auf die Blutversorgung des Gehirns aus.

„Die neuen Daten weisen stark darauf hin, dass die Hirndurchblutung sehr dynamisch ist”, legten Ernest R. Greene von der New Mexico Highlands University und Kollegen in ihren Ausführungen dar. Sie hänge direkt von zyklischen Druckänderungen in der Aorta ab, die wiederum beeinflusst werden durch Druckimpulse von Kräften, die auf die Füße einwirken. In früheren Untersuchungen hatten Greene und seine Kollegen bereits festgestellt: Die Erschütterungen, die beim Laufen beziehungsweise Joggen entstehen, erzeugen eindeutige Wellen durch die Arterien, die sich mit der Herzschlagfrequenz synchronisieren und letztlich die Blutversorgung des Gehirns positiv beeinflussen. In ihrer aktuellen Studie untersuchten die Forscher nun bei zwölf gesunden jungen Erwachsenen, ob auch simples Gehen mit der Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde bereits einen ähnlichen Effekt hat. Dazu maßen sie den arteriellen Blutfluss in der Halsschlagader mit Hilfe von Ultraschall, so dass sie die Blutversorgung des Gehirns berechnen konnten.

Auch wenn die Kräfte, die beim Gehen entstehen, geringer sind als die beim Joggen, erzeugt tatsächlich auch Gehen besagte Druckwellen, die den Blutfluss zum Gehirn positiv beeinflussen. „Besonders überraschend ist, dass wir so lange gebraucht haben, um diese ganz offensichtlichen hydraulischen Effekte auf die Hirndurchblutung zu messen”, erläuterte Greene. „Es gibt einen optimierenden Rhythmus zwischen Hirndurchblutung und Gehen. Die Schrittrate und deren Einfluss liegen im Bereich der normalen Herzschlagfrequenz, wenn man sich strammen Schrittes bewegt.”

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Quelle: „Acute Effects of Walking on Human Internal Carotid Blood Flow”, Ernest R. Greene et al.; Experimental Biology 2017, poster session


 

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