Solaranlagen bedrohen Wildtiere

Forscher fordern bessere Studien zur Abschätzung der Folgen
Flagstaff (USA) - Mögliche negative Auswirkungen von Solarparks auf die Tierwelt sollten wesentlich genauer untersucht werden. Das fordern US-Wissenschaftler, nachdem sie in einer Meta-Studie die Ergebnisse bisheriger Arbeiten zu diesem Thema analysiert hatten. Insbesondere bemängeln sie das Fehlen praktischer Studien über eventuelle Folgen für die betroffene Fauna. Diese seien absolut notwendig, um optimale Standorte für neue Anlagen zu ermitteln, schreiben die Forscher in der Fachblatt "BioScience". Die beteiligten Biologen und Ökologen wollten Effekte größerer Solaranlagen auf die Umwelt im Südwesten der USA prognostizieren. Dazu nutzten sie die bisher zur Verfügung stehenden Studien.

"In einigen Fällen können die negativen Umweltfolgen von erneuerbaren Energien so schwerwiegend sein wie die Auswirkungen von konventionellen Energiequellen", meint Jeffrey E. Lovich vom Southwest Biological Science Center in Flagstaff. Jede Form der Energieproduktion habe damit verbundene Auswirkungen und Umweltkosten. Lovich weiter: "Nur weil eine Energietechnik einfach, thermodynamisch optimal, erneuerbar oder preisgünstig erscheint, heißt das noch lange nicht, dass sie auch gut für die Umwelt ist." Die Auswirkungen auf die Tierwelt seien wesentlich komplexer als gemeinhin angenommen.

Insbesondere macht Lovich und seinen Kollegen der Ausbau der Solarenergie im Südwesten der USA Sorgen, wo tausende Hektar solcher Anlagen geplant sind. Sie befürchten Auswirkungen auf die vielen gefährdeten und geschützten Spezies, die dort leben - darunter einige Arten von Wüstenschildkröten. Die Forscher erwarten eine Fragmentierung der Lebensräume durch Straßen und Stromleitungen. Außerdem gehen sie davon aus, dass viel Staub aufgewirbelt wird und Chemikalien wie Frost- oder Rost-Schutzmittel in die Umwelt gelangen. Hinzu kommen elektromagnetische Felder, Lärm und polarisiertes Licht sowie. Spiegelungen und Fokussierung des Sonnenlichts können zudem zusätzliche Hitze und möglicherweise sogar Waldbrände verursachen.

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Quelle: "Wildlife Conservation and Solar Energy Development in the Desert Southwest United States", Jeffrey E. Lovich und Joshua R. Ennen; BioScience, doi:10.1525/bio.2011.61.12.8


 

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