Neues Teilchen - Historischer Tag für die Physik

Europäisches Beschleunigerzentrum CERN verkündet die Entdeckung eines neuen Elementarteilchens – wahrscheinlich das lang gesuchte Higgs-Boson, das aller Materie Masse verleiht
Eines der entscheidenden Ereignisse: Ein Zwei-Photon-Zerfall aus dem Detektor ATLAS.
© ATLAS / CERN

Die Gleichungen der Physik könnten so einfach sein, wenn es keine Masse gäbe. Das dachten sich die Theoretiker vor gut 50 Jahren, als sie die grundlegenden Formeln des heute immer noch akzeptierten Standardmodells der Materie aufstellten. Auch wenn die Physiker wissen, dass in unserem Universum einige Dinge passieren, die sich mit diesen Formeln nicht beschreiben lassen – nicht zuletzt die Gravitation –, so beschreibt das Modell doch hervorragend alle sonst bekannten fundamentalen Wechselwirkungen der Materie. Der Haken an der Theorie war damals, dass die Physiker, um diese Wechselwirkungen mit all ihren Symmetrien korrekt beschreiben zu können, davon ausgehen mussten, dass kein Teilchen eine eigene träge Masse besitzt. Die einzige Chance, die Theorie mit der massebehafteten Realität zu versöhnen, bestand darin, ein allgegenwärtiges Kraftfeld anzunehmen, mit dem alle Materie dauernd wechselwirkt und das allen Teilchen je nach Stärke ihrer Wechselwirkung mit diesem Feld Masse verleiht. Nach einem der Theoretiker, die diesen theoretischen Mechanismus unabhängig voneinander vorgeschlagen haben, wird das zu diesem Kraftfeld gehörende Teilchen auch Higgs-Boson genannt. Gerne wird es aufgrund seiner Bedeutung als masseerzeugendes Teilchen auch „Gottesteilchen“ genannt. ...



 

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