Ungewöhnlicher Krebsschutz: Diabetesmittel verhindert Mutationen
„Wir hatten nicht erwartet, dass die Einnahme eines gut verträglichen Medikaments die DNA vor oxidativen Schäden schützen könnte“, sagt Michael Pollak von der McGill University in Montreal. Zusammen mit Gerardo Ferbeyre von der Université de Montréal und Kollegen fand er heraus, dass Metformin die Produktion aggressiver Sauerstoffverbindungen in den Mitochondrien verringert, so dass weniger krebsfördernde Mutationen entstehen. Andere Wirkungen des Medikaments wie das Absenken des Blutzucker- und Insulinspiegels können zusätzlich das Krebswachstum hemmen. Es sei erstaunlich, dass dieses preisgünstige, schon seit Langem eingesetzte Mittel gleich auf mehrere Weise vor Krebs schützen kann, sagt Pollak. Vor einer Verwendung zu diesem Zweck müsse man aber zunächst prüfen, welche Dosis nötig ist, um wirksame Konzentrationen in unterschiedlichen Geweben zu erreichen. Außerdem gebe es noch keine Untersuchungen darüber, ob das Medikament auch das Krebsrisiko von Menschen senken kann, die nicht an Typ 2-Diabetes erkrankt sind.
