Tropenstürme verstärken Flutrisiko
Für ihre Analyse nutzten die Forschenden einen umfassenden Datensatz an Satellitenbildern und Pegelmessungen, die über Jahrzehnte erfasst wurden – ergänzt durch Modellrechnungen. Die wichtigste Ursache für die immer gefährlicheren Sturmfluten liegt in der Wanderung der Tropenstürme polwärts zu höheren Breitengraden. Damit dringen sie in flachere Meeresgebiete vor, die höhere Pegelstände begünstigen. Zudem dehnen sich Tropenstürme über größere Flächen aus und nehmen an Intensität zu. Die Studie belegt, dass im Zuge des Klimawandels das Risiko von Sturmfluten, die von Tropenstürmen verursacht werden, zunimmt, obwohl Hurrikane, Zyklone und Taifune nach aktuellen Erkenntnissen nicht häufiger auftreten als in vorindustriellen Zeiten.
Die regionalen Auswirkungen fallen jedoch deutlich unterschiedlich aus. Im westlichen Nordpazifik stiegen die Sturmflutpegel um 28 Prozent, im östlichen Pacific sogar um 38 Prozent und im Südpazifik um 31 Prozent. Diese starken Unterschiede erklären sich daraus, dass sich die Tropenstürme in bestimmten Regionen stärker polwärts verlagern und gleichzeitig an Größe zunehmen. Besonders betroffen sind damit Küstenregionen in Asien und Nordamerika, die bisher weniger stark von Sturmfluten betroffen waren. Die Forschenden gehen deshalb davon aus, dass sich die Gefährdung durch Sturmfluten in den kommenden Jahrzehnten weiter erhöhen wird, selbst wenn die Anzahl der Tropenstürme gleich bleibt.
