Herbstkinder tragen erhöhtes Asthmarisiko
Auf der nördlichen Hemisphäre entspricht dieses Zeitfenster etwa den Herbstmonaten. "Zu dieser Zeit geboren zu werden, verleiht eine um beinahe 30 Prozent erhöhte Chance, Asthma zu entwickeln", erklärt Tina V. Hartert von der Vanderbilt University School of Medicine. Die Mediziner hatten Geburts- und medizinische Daten von insgesamt 95.310 Kindern analysiert, um herauszufinden, ob sich der Zeitpunkt der Geburt in Relation zum jährlichen Höhepunkt der Grippewelle auf das Risiko für Asthma in der Kindheit auswirkt. Sie stellten fest, dass eine schwere Entzündung der Bronchien generell das Asthmarisiko verstärkte. Dies galt jedoch insbesondere für Kinder, die vier Monate vor heftigen Grippewellen geboren worden waren. Dieser Risikofaktor war vergleichbar oder sogar stärker als andere bekannte Faktoren.
Asthmaanfälligkeit ist auch erblich bedingt, denn das Risiko, dass sich aus gewöhnlichen Atemwegserkrankungen Asthma entwickelt, wird genetischen beeinflusst. Jedoch konnten Hartert und ihre Kollegen mit ihren Ergebnissen zeigen, dass auch Umwelteinflüsse wie alljährliche Grippewellen eine ursächliche Rolle spielen. Allerdings ist es nicht ganz trivial, den Höhepunkt der winterlichen Grippewelle exakt vorherzusagen, da dieser von Jahr zu Jahr um bis zu zehn Wochen schwanken kann. Dem Infekt auszuweichen sei daher schwierig bis kaum möglich, so Hartert. Familien, die für ihren Nachwuchs ein erhöhtes Asthmarisiko befürchten, könnten jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen treffen - etwa Impfung, Stärkung des Immunsystems oder sogar die Geburt auf eine andere Jahreszeit timen.
