Gesundheitsgefahr Kerze?

"Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine gelegentliche Paraffinkerze und deren Emissionen jemanden beeinträchtigen", erläuterte Amid Hamidi von der South Carolina State University. "Doch über Jahre hinweg täglich eine Vielzahl von Paraffinkerzen anzuzünden oder sie zum Beispiel häufig in einem unbelüfteten Badezimmer um die Wanne herum anzuzünden, könnte Probleme bereiten." Gemeinsam mit Ruhullah Massoudi hatte Hamidi die Emissionen herkömmlicher Kerzen über fünf bis sechs Stunden gesammelt und dann analysiert. Paraffinkerzen produzieren eine ganze Reihe bedenklicher Stoffe, darunter Kohlenwasserstoffe wie Benzol und Toluol, stellten sie dabei fest. Idealerweise würde eine Kerze zu Wasser und Kohlendioxid abbrennen, was vollkommen harmlos wäre. Eine Kerzenflamme erreicht jedoch nicht die dazu notwendigen Temperaturen, so dass bei der Verbrennung eben auch ungesunde Substanzen freigesetzt werden.
Solche gesundheitsgefährdenden Emissionen können ein möglicher Auslöser für viele Beschwerden sein, einige davon vielleicht sogar unbemerkt. So könnten etwa manche Menschen, die glauben, an einer Allergie oder Atemwegsproblemen zu leiden, in Wirklichkeit auf luftverschmutzende Stoffe aus brennenden Kerzen reagieren, halten Hamidi und Massoudi für möglich. Gänzlich neu ist die Überlegung, dass die Emissionen von Kerzen in geschlossenen Räumen möglicherweise eine Gesundheitsgefahr darstellen könnten, nicht. Es gibt zahlreiche Berichte und Spekulationen über mögliche schädliche Effekte - etwa Beschwerden wie Asthma, Hautirritationen oder sogar Krebs. Dennoch seien Veröffentlichungen zu konkreten chemischen Analysen der Emissionen, welche für diese Probleme verantwortlich sein könnten, bislang selten, so die Forscher.