Zucker im Weltall

In einer 26.000 Lichtjahre entfernten Gaswolke gibt es Glykolaldehyd - einen einfachen Zucker, der eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Leben spielt
Das IRAM-Interferometer
Das IRAM-Interferometer
© Rebus
London (Großbritannien) - In einer Sternenstehungsregion in der Milchstraße haben Astronomen Zuckermoleküle aufgespürt, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Leben spielen. Es handelt sich um Glykolaldehyd, einen Grundbaustein der Ribose, die wiederum ein zentraler Bestandteil der Erbsubstanz RNA ist. Die Forscher berichten in einer Online-Veröffentlichung über ihre Entdeckung. Zuvor war dieser Zucker nur in der eher lebensfeindlichen Zentralregion der Milchstraße gefunden worden.

"Es ist das erste Mal, dass wir Glykolaldehyd, einfache Zuckermoleküle, in einer Region finden, in der Sterne und Planeten entstehen", erläutert die Astronomin Serena Viti vom University College London. Im Zuge der Planetenentstehung könnten diese Zuckermoleküle - und auch andere organische Stoffe - aus dem Weltall auf die jungen Planeten gelangen und so die Entstehung von Leben fördern.

Bislang war Glykolaldehyd von den Himmelsforschern nur in der Zentralregion der Milchstraße nachgewiesen worden. Dort herrschen jedoch physikalisch extreme Bedingungen, die nach heutigen Erkenntnissen die Entstehung von Leben eher unwahrscheinlich machen. Die Entdeckung eines weiteren lebenswichtigen Moleküls in einer Sternentstehungsregion abseits vom galaktischen Zentrum sei also eine gute Nachricht für die Suche nach außerirdischem Leben, so Viti.

Viti und ihren Kollegen gelang der Nachweis der Zuckermoleküle mit dem aus sechs Antennen bestehenden Radio-Interferometer IRAM auf dem Plateau de Bure in den französischen Alpen. Die Forscher konnten in der Radiostrahlung der 26.000 Lichtjahre entfernten Gaswolke drei Spektrallinien von Glykolaldehyd nachweisen.

de.arXiv.org/astro-ph
Quelle: "First detection of glycolaldehyde outside the Galactic Center", M.T. Beltran et al., arXiv:astro-ph:0811.3821


 

 

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