Vom Himmel gefallen: Bruchstücke eines Asteroiden

Forscher beobachten erstmals einen kleinen Asteroiden vor dem Eindringen in die Erdatmosphäre - und spüren Bruchstücke des Himmelskörpers am Erdboden auf
Frischer Meteorit: Ein Bruchstück des am 7. Oktober 2008 in der Atmosphäre explodierten Asteroiden 2008 TC3.
Frischer Meteorit: Ein Bruchstück des am 7. Oktober 2008 in der Atmosphäre explodierten Asteroiden 2008 TC3.
© P. Jennisken
Washington (USA) - Am 6. Oktober 2008 entdeckte das Robot-Teleskop des Catalina Sky Survey auf dem Mount Lemmon in Arizona ein rasch bewegliches Objekt am Nachthimmel: Es handelte sich um einen etwa vier Meter großen Asteroiden mit Kurs auf die Erde. Zwei Monate später spürten Suchtrupps im Sudan Meteoriten auf, bei denen es sich um Bruchstücke des Asteroiden handelt. Den Astronomen bietet sich damit erstmals die Möglichkeit, teleskopische Beobachtungen eines Asteroiden und Laboruntersuchungen von Bruchstücken desselben Himmelskörpers miteinander zu vergleichen. Die Forscher berichten im Fachblatt "Nature" über die Beobachtungen und die erste Analyse eines der Meteoriten.

"Wir haben schon viele Meteoriten als leuchtende Sternschnuppen oder Feuerkugeln bei ihrem Fall durch die Atmosphäre beobachtet", erklärt Douglas Rumble von der Carnegie Institution for Science in Washington, einer der beteiligten Wissenschaftler. "Aber ein solches Objekt tatsächlich zu sehen, bevor es in die Erdatmosphäre eindringt, und seine Bahn zu verfolgen, dass ist bislang einzigartig."

Erste Bahnberechnungen unmittelbar nach der Entdeckung von 2008 TC3, so die Katalognummer des Asteroiden, sagten einen Einschlag in der Nubischen Wüste im Nord-Sudan voraus. Tatsächlich beobachteten Augenzeugen in Wadi Halfa und an einer Bahnstation zwischen diesem Ort und Al Khurtum im Sudan 20 Stunden später einen über den Himmel ziehenden Feuerball, der abrupt verschwand. Auch mehrere Satelliten registrierten das Eindringen des kleinen Asteroiden in die Atmosphäre.

"Der Asteroid bestand offenbar aus leicht zerbrechlichem Material und explodierte in einer Höhe von 37 Kilometern", erläutert Peter Jenniskens vom SETI Institute in Kalifornien, "dadurch haben sich die Bruchstücke über ein sehr großes Gebiet verteilt." Jenniskens leitete die Suche nach diesen Meteoriten, bei der im Dezember insgesamt 49 Bruchstücke des Himmelskörpers in einem 29 Kilometer langen Wüstenstreifen aufgespürt wurden.

(c) Wissenschaft aktuell
Quelle: "The impact and recovery of asteroid 2008 TC3", Peter Jennisken et al.; Nature 458, 485 (2009)


 

 

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