Supermassive Schwarze Löcher schon im jungen Kosmos
"Unsere Beobachtungen zeigen zwei Galaxien, wo wir nur eine erwartet hatten", erklärt Rob Ivison vom UK Astronomy Technology Center in Edinburgh, einer der beteiligten Wissenschaftler, "und das Erstaunliche ist, dass beide Galaxien supermassive Schwarze Löcher enthalten. Da fragt man sich, wie viele kolossale Schwarze Löcher sich noch im fernen Kosmos verbergen mögen."
Ivison und seine Kollegen aus Großbritannien, den USA und Deutschland hatten die Galaxie 4C60.07 mit dem Submillimeter Array, einer aus acht Antennen bestehenden Anlage auf Hawaii, beobachtet. 4C60.07 ist eine aktive Galaxie: Sie zeigt sowohl starke Radiostrahlung, Anzeichen für ein supermassives Schwarzes Loch, als auch Infrarotstrahlung, in der die Himmelsforscher bislang Hinweise auf eine durch dieses Schwarze Loch ausgelöste Entstehung neuer Sterne sahen.
Doch die Beobachtungen von Ivison und seinen Kollegen zeigen ein ganz anderes Bild. In 4C60.07 entstehen keine neuen Sterne, im Gegenteil, sie besteht überwiegend aus alten Sternen. Stattdessen stießen die Forscher auf eine zweite Galaxie unmittelbar daneben, in der explosionsartig neue Sterne entstehen. Auch diese Galaxie enthält ein supermassives Schwarzes Loch. Beide Sternsysteme sind durch einen Materiestrom verbunden, für die Astronomen ein Indiz dafür, dass die Systeme sich im Prozess der Verschmelzung befinden.
