Strahlung der ersten Sterne zerstört Zwerggalaxien
"Unsere Simulationen zeigen, dass unsere Milchstraße von mehreren hunderttausend Zusammenballungen aus Dunkler Materie umkreist wird", erklärt Carlos Frenk vom Institute for Computational Cosmology an der Durham University, der das Forschungsprojekt leitet. "Doch aus diesen Zusammenballungen konnten sich keine Galaxien bilden. Sie haben die extreme Hitze, die von den ersten Sternen und Schwarzen Löchern in der Milchstraße erzeugt wurde, nicht überstanden."
Etwa 80 Prozent der Masse des Universums besteht aus so genannter Dunkler Materie, einer geheimnisvollen Substanz aus bislang unbekannten Teilchen. Laut dem heutigen Standardmodell der Astronomen haben sich nach dem Urknall zunächst Verdichtungen der Dunklen Materie gebildet, in denen sich dann die normale Materie ansammeln und Sterne formen konnte. Das Problem: Dieses Szenario sagt voraus, dass große Galaxien wie unsere Milchstraße von gewaltigen Schwärmen kleinerer Zwerggalaxien begleitet werden - tatsächlich jedoch ist die Zahl der Satellitengalaxien klein.
Die Simulationen von Frenk und seinem Team liefern nun eine Antwort auf die Frage, wo die fehlenden Zwerggalaxien sind: Sie wurden durch die Strahlung der Sterne in ihrer größeren Konkurrenz zerstört, bevor sich in ihnen überhaupt Sterne bilden konnten. Die Klumpen aus Dunkler Materie allerdings müssten noch heute vorhanden sein und unsichtbar die Milchstraße umkreisen.
