Nicht mehr Rauchen: Kalter Entzug ist erfolgversprechender

Abrupt mit dem Rauchen aufzuhören, führt häufiger zum Erfolg, als den Konsum nach und nach zu reduzieren
An einem festen Datum abrupt aufzuhören, ist erfolgversprechedner als langsames Reduzieren
An einem festen Datum abrupt aufzuhören, ist erfolgversprechedner als langsames Reduzieren
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Oxford (Großbritannien) - Wer das Rauchen aufgeben will, sollte das am besten abrupt und von einem Tag auf den anderen tun. Dieser „kalte Entzug” ist deutlich vielversprechender als das langsame Reduzieren der Dosis, berichten britische Forscher im Fachblatt „Annals of Internal Medicine”. Generell wird in den meisten Programmen zum Entwöhnen durchaus empfohlen, das Rauchen plötzlich abzubrechen. Dennoch entschließen sich viele Raucher zu einer graduellen Entwöhnung. Wie die Forscher in ihrer Studie mit knapp 700 Rauchern bestätigen konnten, ist dies jedoch seltener von Erfolg gekrönt.

„Wir haben klare Beweise dafür gefunden, dass abrupt aufzuhören, sowohl kurz- als auch längerfristig die überlegene Methode ist”, schreiben Nicola Lindson-Hawley von der University of Oxford und ihre Kollegen. Gemeinsam hatten sie insgesamt 697 Raucher im Erwachsenenalter, die täglich mindestens 15 Zigaretten konsumierten, zufällig einer von zwei Gruppen zugeteilt. Knapp die Hälfte sollte erst zwei Wochen lang den Konsum reduzieren, bevor sie dann endgültig mit dem Rauchen aufhörte, während die restlichen schlicht an einem festgelegten Tag abrupt das Rauchen einstellten. Alle Teilnehmer erhielten professionelle Unterstützung und Nikotinersatzmittel in Form von Nikotinpflastern. Nach vier Wochen sowie nach sechs Monaten verglichen die Forscher die Erfolgsraten beider Gruppen.

Nach vier Wochen waren knapp 50 Prozent derer, die schlagartig mit dem Rauchen aufgehört hatten, abstinent, während es in der anderen Gruppe nur knapp 40 Prozent waren. Nach sechs Monaten waren in der ersten Gruppe 22 Prozent standhaft geblieben – bei den anderen lediglich 15,5 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, das Rauchen aufzugeben, lag damit bei der abrupten Methode um rund 25 Prozent höher als bei denjenigen, die nach und nach aufgehört hatten.

Die Forscher hatten in ihren Daten auch erhoben, ob jemand bevorzugt nach und nach oder plötzlich aufhören wollte. Einen Einfluss auf die Zuteilung in einer der beiden Gruppen hatte dies nicht; die erfolgte rein zufällig. Die Analyse dieser Angaben ergab jedoch: Wer grundsätzlich lieber nach und nach aufhören wollte, kam schwerer von der Sucht los – unabhängig davon, in welcher der beiden Gruppen er gelandet war. Lindson-Hawley und ihre Kollegen halten daher für wahrscheinlich, dass sich, wer weniger motiviert ist, eher für diese Methode entscheiden könnte.

„Diese Ergebnisse legen nahe, dass Leute in der klinischen Praxis dazu angehalten werden sollten, abrupt mit dem Rauchen aufzuhören und nicht nach und nach”, schreiben Lindson-Hawley und Kollegen. Programme, die das langsame Aufgeben unterstützen, könnten sich ihrer Meinung nach allerdings dann lohnen, wenn sie die Zahl derer erhöhen, die immerhin einen ernsthaften Versuch unternehmen. „Wir kommen zu dem Schluss, dass es eine nützliche Möglichkeit sein könnte, auch die langsame Entwöhnung zu unterstützen, damit überhaupt mehr Leute versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören”, fassen die Forscher zusammen. „Doch abrupt aufzuhören ist die effizientere Methode – selbst bei denjenigen, die dies eigentlich nicht bevorzugen würden.”

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