Kometenwolke im Urknall-Echo
Die meisten Kometen mit Umlaufzeiten oberhalb von 200 Jahren scheinen aus einer Region zu stammen, die 20.000- bis 200.000-mal weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde. Modellrechnungen der Entwicklung des Sonnensystems sagen voraus, dass diese Oortsche Wolke zusätzlich eine innere Komponente besitzt, die bis auf den 3000-fachen Abstand Sonne-Erde in das Sonnensystem hereinreicht. Bislang haben die Astronomen jedoch nur wenige Himmelskörper aufgespürt, die tatsächlich aus dieser Region stammen.
Daniel Babich vom California Institute of Technology in Pasadena und Abraham Loeb von der Harvard University in Cambridge zeigen nun eine neue Möglichkeit auf, wie die Astronomen die Existenz dieser inneren Komponente der Oortschen Wolke beweisen könnten. Die Temperatur der eisigen Himmelskörper ist mit minus 268 Grad Celsius etwas höher als die Temperatur der kosmischen Hintergrundstrahlung. Dieses Überbleibsel des Urknalls hat heute eine Temperatur von 2,7 Grad über dem absoluten Nullpunkt, also minus 270,5 Grad Celsius.
Dadurch überdecken die Kometen mit ihrer Strahlung teilweise das Echo des Urknalls. Wäre die innere Oortsche Wolke völlig kugelförmig, so ließe sich dieser Effekt freilich nicht nachweisen. Doch Babich und Loeb setzen darauf, dass die Form der Oortschen Wolke immer wieder durch Vorübergänge von nahen Sternen gestört worden ist. Die Deformation der Kometenwolke würde sich dann in einer Asymmetrie der kosmischen Hintergrundstrahlung widerspiegeln, so die Forscher. Allerdings dürfte es schwierig sein, ein solches Signal von anderen Effekten zu trennen, die ebenfalls zu Störungen der Hintergrundstrahlung führen können, wie etwa der Einfluss von Strahlungsquellen innerhalb der Milchstraße.
