Hubble löst Rätsel einsamer Galaxie
"NGC 1569 wird von den Anziehungskräften der anderen Galaxien beeinflusst", erklärt Projektleiterin Alessandra Aloisi vom Space Telescope Science Institute, "diese Wechselwirkungen treiben die explosionsartige Entstehung neuer Sterne voran." Solche "star bursts" spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Galaxien.
Bisherige Beobachtungen hatten für NGC 1569 eine Entfernung von 7 Millionen Lichtjahren ergeben. Damit hätte sich das System weit abseits von anderen Galaxien befunden. Die Astronomen hatten deshalb bislang keine Erklärung für die hohe Sternentstehungsrate in NGC 1569. Die neuen Messungen von Aloisi und ihren Kollegen liefern nun jedoch eine Entfernung von 11 Millionen Lichtjahren. Damit liegt NGC 1569 inmitten einer Gruppe von zehn anderen Galaxien, deren prominentestes Mitglied die Spiralgalaxie IC 342 ist.
"Wir haben rein zufällig bemerkt, dass etwas mit der Entfernung von NGC 1569 nicht stimmt", sagt Aloisi. Die Forscherin und ihre Kollegen wollten mit Hubble Rote Riesensterne in der Galaxie beobachten, in denen Helium zu schwereren Elementen verbrennt - doch sie fanden keine. "Offenbar war NGC 1569 weiter weg als wir dachten, und deshalb konnten wir die gesuchten Sterne mit Hubble nicht mehr sehen." Die Astronomen beobachteten stattdessen mit dem Weltraumteleskop hellere Sterne in der Galaxie und konnten so schließlich die Entfernung des Systems neu bestimmen.
