Gewitter auf dem Mars

Forscher finden Hinweise auf elektrische Entladungen in Staubstürmen
Staubsturm auf dem Mars (künstlerische Darstellung)
Staubsturm auf dem Mars (künstlerische Darstellung)
© University of Michigan
Ann Arbor (USA) - Ein Team amerikanischer Forscher hat Mikrowellen-Signale vom Planeten Mars registriert, die auf elektrische Entladungen in Staubstürmen hindeuten. Da die Atmosphäre des roten Planeten sehr dünn ist, gibt es dort jedoch vermutlich keine Blitze, sondern nur schwach leuchtende Entladungen ähnlich wie in Leuchtstoffröhren. Die Wissenschaftler berichten demnächst im Fachblatt "Geophysical Research Letters" über ihre Messungen.

"Wir haben starke, plötzlich auftretende Entladungen gemessen, die im Zusammenhang mit einem Staubsturm auftraten", erklärt Christopher Ruf von der University of Michigan. Gemeinsam mit seinen Kollegen hat Ruf den Planeten Mars mit einer speziellen Mikrowellen-Antenne beobachtet. Am 8. Juni 2006 stießen die Forscher zeitgleich mit einem Staubsturm auf dem roten Planeten auf eine ungewöhnliche Mikrowellen-Emission. Ruf und seine Kollegen vermuten, dass die Reibung von Staubteilchen aneinander zu einer elektrischen Aufladung der Staubwolken führt.

Die Auswertung der Messungen hat so lange gedauert, weil die Wissenschaftler sorgfältig alle anderen Ursachen für die Mikrowellen-Emission ausschließen mussten. Doch jetzt sind sich Ruf und seine Kollegen sicher, dass Stärke, Dauer und Frequenz des Signals sich nur durch elektrische Entladungen erklären lassen. "Und solche elektrischen Entladungen in Staubstürmen sind von großer Bedeutung für die Erforschung des Mars", betont Nilton Renno, ein Mitglied von Rufs Team. "Sie beeinflussen die Chemie der Atmosphäre und können eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Leben spielen."

(c) Wissenschaft aktuell
Quelle: "The Emission of Non-Thermal Microwave Radiation by a Martian Dust Storm", C. Ruf et al.; Geophysical Research Letters (im Druck)


 

 

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