Erstmals fotografiert: Ein Exoplanet in Bewegung
"Da der Stern selbst so jung ist, beweisen unsere Beobachtungen, dass Riesenplaneten sich in einer Staubscheibe innerhalb von wenigen Millionen Jahren bilden können", erläutert Anne-Marie Lagrange vom Observatoire de Grenoble, die die Beobachtungen gemeinsam mit weiteren Astronomen aus Frankreich, den USA und Deutschland durchgeführt hat. Noch bis vor wenigen Jahren gingen Forscher davon aus, dass Riesenplaneten wie Jupiter mehrere zehn Millionen Jahre für ihre Entstehung benötigen.
Beta Pictoris ist von einer großen Staubscheibe umgeben, auf die wir von der Erde her gerade genau auf die Kante schauen. Aufnahmen mit einem der vier 8,2 Meter großen Spiegelteleskope des VLT zeigten 2003 eine schwache punktförmige Quelle im Inneren der Scheibe. Auf 2008 und im Frühjahr 2009 aufgenommen Bildern konnten die Astronomen diese Quelle zunächst nicht mehr auffinden. Im Herbst 2009 tauchte sie dann auf der anderen Seite von Beta Pictoris wieder auf. Es handelt sich also nicht um einen zufällig im Hintergrund stehenden Stern, sondern um einen Planeten, der Beta Pictoris im 8- bis 15-fachen Abstand Erde-Sonne umkreist.
"Die kurze Umlaufzeit des Planeten ermöglicht es uns, innerhalb von 15 bis 20 Jahren einen kompletten Orbit zu beobachten", sagt Mickael Bonnefoy, ebenfalls vom Observatoire de Grenoble. "Weitere Untersuchungen können uns wertvolle Einsichten in die Physik und Chemie der Atmosphäre eines jungen Riesenplaneten liefern."
