Erfolgreicher Start: Die Suche nach einer zweiten Erde beginnt
"Mit Kepler können wir erstmals erdgroße Planeten in der lebensfreundlichen Zone sonnenähnlicher Sterne nachweisen", erklärt David Koch, stellvertretender Leiter des Kepler-Teams am Ames Research Center der Nasa. Ausgestattet mit einem Teleskop mit 1,4 Metern Spiegeldurchmesser soll Kepler die Helligkeit von 100.000 Sternen penibel überwachen. Denn winzige periodische Helligkeitsschwankungen im Bereich von hundertstel Prozent können die Anwesenheit von Planeten um einen Stern verraten.
Wenn ein Planet zufällig vor seinem Stern vorüber zieht, dann schwächt er dessen Helligkeit geringfügig ab. Damit es überhaupt zu einem solchen Transit des Planeten kommen kann, müssen wir von der Erde aus natürlich möglichst genau auf die Kante seiner Bahnebene blicken - sonst zieht er unbemerkt oberhalb oder unterhalb des Sterns vorüber. Für einen erdähnlichen Planeten in einer erdähnlichen Umlaufbahn um einen sonnenähnlichen Stern beträgt die Wahrscheinlichkeit dafür etwa 0,5 Prozent. Wenn erdähnliche Planeten im Kosmos häufig vorkommen, sollte Kepler also hunderte von ihnen entdecken.
Aus der Stärke der Lichtabschwächung können die Forscher dann die Größe des Planeten ermitteln. Die Periode der Transits liefert den Astronomen außerdem zusammen mit der Masse des Sterns die Größe der Umlaufbahn – und damit können die Wissenschaftler dann sogar die Temperatur auf der Oberfläche des Planeten abschätzen und somit eine Aussage darüber machen, ob er lebensfreundlich ist oder nicht.
