Erfolgreicher Start: Die Suche nach einer zweiten Erde beginnt

Ein neues Weltraumteleskop soll die Suche nach Planeten bei anderen Sternen revolutionieren - und erstmals erdähnliche Planeten in großer Zahl aufspüren.
Kepler im All (künstlerische Darstellung)
Kepler im All (künstlerische Darstellung)
© Nasa
Pasadena (USA) - Unser blauer Planet ist etwas ganz Besonderes. Weit über 300 Planeten haben die Astronomen bereits bei anderen Sternen entdeckt - und die Zahl steigt von Monat zu Monat. Doch eine zweite Erde ist bislang nicht dabei: kein Planet mit der richtigen Beschaffenheit und der richtigen Umlaufbahn, um Lebewesen eine Heimstatt bieten zu können. Doch die Erde könnte ihren Sonderstatus schon bald verlieren. Denn mit dem erfolgreichen Start des amerikanischen Weltraumteleskops Kepler in der Nacht von Freitag auf Samstag tritt die Jagd auf erdähnliche Planeten in eine neue Phase.

"Mit Kepler können wir erstmals erdgroße Planeten in der lebensfreundlichen Zone sonnenähnlicher Sterne nachweisen", erklärt David Koch, stellvertretender Leiter des Kepler-Teams am Ames Research Center der Nasa. Ausgestattet mit einem Teleskop mit 1,4 Metern Spiegeldurchmesser soll Kepler die Helligkeit von 100.000 Sternen penibel überwachen. Denn winzige periodische Helligkeitsschwankungen im Bereich von hundertstel Prozent können die Anwesenheit von Planeten um einen Stern verraten.

Wenn ein Planet zufällig vor seinem Stern vorüber zieht, dann schwächt er dessen Helligkeit geringfügig ab. Damit es überhaupt zu einem solchen Transit des Planeten kommen kann, müssen wir von der Erde aus natürlich möglichst genau auf die Kante seiner Bahnebene blicken - sonst zieht er unbemerkt oberhalb oder unterhalb des Sterns vorüber. Für einen erdähnlichen Planeten in einer erdähnlichen Umlaufbahn um einen sonnenähnlichen Stern beträgt die Wahrscheinlichkeit dafür etwa 0,5 Prozent. Wenn erdähnliche Planeten im Kosmos häufig vorkommen, sollte Kepler also hunderte von ihnen entdecken.

Aus der Stärke der Lichtabschwächung können die Forscher dann die Größe des Planeten ermitteln. Die Periode der Transits liefert den Astronomen außerdem zusammen mit der Masse des Sterns die Größe der Umlaufbahn – und damit können die Wissenschaftler dann sogar die Temperatur auf der Oberfläche des Planeten abschätzen und somit eine Aussage darüber machen, ob er lebensfreundlich ist oder nicht.

(c) Wissenschaft aktuell


 

 

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