Einschlag auf Jupiter
"Das Ereignis gibt uns die Möglichkeit, unsere Theorien über solche Einschläge an einem neuen Fall zu überprüfen", erklärt Paul Kalas von der University of California in Berkeley. Der Forscher hatte gerade Beobachtungszeit am Keck-Teleskop, als er von der Entdeckung des Australiers Anthony Wesley hörte. Sofort nutzte er die Gelegenheit und richtete das Riesenfernrohr auf Jupiter. Infrarot-Beobachtungen bestätigten, dass es sich um einen frischen Einschlag handelte.
Vor 15 Jahren war der zerbrochene Komet Shoemaker-Levy 9 in die Atmosphäre Jupiters gestürzt und hatte dort riesige Narben hinterlassen. Seither versuchen die Planetenforscher, solche Einschläge theoretisch zu beschreiben. Nun endlich bietet ein neuer Einschlag die Möglichkeit, die verschiedenen theoretischen Ansätze zu testen.
Der Einschlag ist nahe am Südpol des Planeten erfolgt und hat einen Fleck hinterlassen, der mit einer Fläche von 190 Millionen Quadratkilometern etwa so groß ist wie der pazifische Ozean. Da die Einschlagsnarbe eine komplexe Struktur besitzt, vermuten die Forscher, dass der Asteroid oder Komet kurz vor dem Einschlag in mehrere Stücke zerbrochen ist.
