Ein Drittel aller Pop-Songs handelt von Drogen und Alkohol

Etwa ein Drittel aller Pop-Songs nehmen direkten Bezug auf Drogen, Alkohol und Zigaretten. Dabei hängt die Häufigkeit der Erwähnung von Drogen allerdings stark von der musikalischen Richtung ab. In einigen Genres der Populärmusik werden Alkohol und Drogen häufiger erwähnt als in anderen. Zu diesen Erkenntnissen ist ein amerikanisches Forscherteam gelangt, das die 279 populärsten Songs des Jahres 2005 analysiert hat. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler in den "Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine" veröffentlicht.

"Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren bilden in diesem Alter ihre Haltungen und Ansichten in Gesundheitsfragen aus, an denen sie meist ein Leben lang festhalten werden", schreibt das Team um Brian A. Primack von der University of Pittsburgh. "In dieser Zeit hören die Jugendlichen durchschnittlich 2,4 Stunden täglich Musik." Das war für die Wissenschaftler Anlass genug, sich anzusehen, was in der Musik, die Jugendliche hören, über Drogen und Alkohol gesagt wird. Eine düstere Erkenntnis der Forscher ist, dass die Songs Drogen und Alkohol in den allermeisten Fällen positiv oder bestenfalls neutral darstellen. Von den Pop-Songs, die irgendeinen Bezug zu Alkohol und Drogen hatten, enthielten nur ganze vier Songs eine ausdrückliche Botschaft gegen Alkohol- oder Drogenmissbrauch. Kein einziger Song sprach sich gegen Drogen und Alkohol generell aus.

"Insgesamt hatten 116 der 279 Songs -- 41,6 Prozent -- in irgendeiner Weise einen Bezug zu Drogen. 93 Songs -- 33,3 Prozent -- enthielten ganz ausdrückliche Erwähnungen von Drogen", schreibt das Forscherteam. Die Aufteilung nach Stilrichtungen ergab: Neun Prozent der analysierten reinen Pop-Songs enthielten Erwähnungen von Alkohol oder Drogen. In der Rockmusik waren es 14 Prozent, in R&B und HipHop waren es 20 Prozent, in der Country-Musik 36 Prozent und in Rap-Songs sogar 77 Prozent.

Mit der Thematisierung einfachen Zigarettenrauchens gab sich kaum ein Song ab. Meistens ging es um Alkohol, Marihuana oder nicht näher benannte Drogen. Die Zusammenhänge, in denen Drogen oder Alkohol auftauchten waren überwiegend die Themen Party, Sex, Clique oder Gewalt. "Insgesamt sind Kinder und Jugendliche in der Pop-Musik sehr stark dem Thema Drogengebrauch ausgesetzt, wobei dies allerdings von Musikrichtung zu Musikrichtung variiert", schreiben die Autoren der Studie. "Begründet wird der Drogengebrauch häufig mit der höheren Akzeptanz in der Clique und im Zusammenhang mit Sex. Dabei wird das Thema mit sehr positiven Assoziationen besetzt."

Quelle: JAMA and Archives Journals


 

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