Dreidimensionale Galaxienbilder
"Die Kombination von Hubble- und VLT-Beobachtungen erlaubt es uns, die Geschwindigkeit des Gases an verschiedenen Stellen in den Objekten zu messen", erläutert Francois Hammer vom Observatoire de Paris, einer der beteiligten Astronomen. "Wir können also sehen, wie sich das Gas bewegt und erhalten so eine dreidimensionale Ansicht von weit entfernten Galaxien."
So konnten die Forscher in einer Galaxie eine Gaswolke ausmachen, die offenbar durch den Zusammenprall zweier Sternsysteme so stark aufgeheizt worden war, dass dort keine Sterne mehr entstehen konnten. In einer zweiten Galaxie beobachteten die Astronomen, wie Gas und Sterne sich auf Spiralbahnen dem Zentrum des Systems annähern - die Wissenschaftler sehen darin ein Indiz dafür, dass sich dort die Scheibe der Galaxie nach einem Zusammenstoß neu herausbildet. In einer dritten Galaxie stießen Hammer und seine Kollegen auf eine hell leuchtende, balkenförmige Struktur. Vermutlich handelt es sich dabei um den Überrest einer kleineren Galaxie, die mit der größeren zusammengestoßen ist.
"Die Beobachtungen machen es möglich, ferne Galaxien sehr detailliert zu modellieren", sagt Mathieu Puech vom Observatoire de Paris, ein Kollege von Hammer. "Dadurch, dass wir die Bewegung des Gases sehen, können wir die Masse und die Bahnen der zusammenstoßenden Galaxien relativ genau ermitteln." Die Auswertung der Daten für alle einhundert Galaxien soll, so hoffen die Astronomen, einen Überblick über die Entwicklung der Sternsysteme in den letzten sechs bis acht Milliarden Jahren liefern, also etwa über die Hälfte des Alters unseres Kosmos.
