Deutsches Instrument fliegt zum Mond

Morgen startet eine indische Sonde zum Erdtrabanten - mit an Bord: ein Infrarot-Spektrometer aus Deutschland
Die indische Mondsonde Chandrayaan-1 (künstlerische Darstellung)
Die indische Mondsonde Chandrayaan-1 (künstlerische Darstellung)
© ISRO
Katlenburg-Lindau - Am Mittwochmorgen um 3 Uhr MESZ startet vom Weltraumbahnhof Satish Dhawan die erste indische Mondsonde Chandrayaan-1. Am 8. November soll das Raumfahrzeug in eine Umlaufbahn um den Erdtrabanten einschwenken und mit seinen Instrumenten zwei Jahre lang die Mondoberfläche kartieren sowie ihre mineralogische und chemische Beschaffenheit untersuchen. Dabei hilft als deutscher Beitrag zu der Mission ein Infrarot-Spektrometer, gebaut am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung im niedersächsischen Katlenburg-Lindau.

Aus einer Höhe von etwa 100 Kilometern Höhe vermisst die 1,5 Meter große, rund eine halbe Tonne schwere Sonde mit insgesamt elf Instrumenten die Oberfläche des Erdtrabanten. Das Infrarot-Spektrometer SIR-2 des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung soll dabei zusammen mit fünf weiteren Instrumenten erkunden, welche Mineralien und Gesteinsarten sich wo auf dem Mond befinden. Auf diese Weise soll die erste hochaufgelöste, mineralogische Karte des gesamten Himmelskörpers entstehen.

Da die charakteristischen Farben der Mineralien, die im Sonnensystem am häufigsten vorkommen, jenseits des roten Spektralbereichs im langwelligen Infraroten liegen, ist SIR-2 speziell an diese Wellenlängenbereiche angepasst. Das Instrument ist das Nachfolgemodell eines Infrarot-Spektrometers, das sich bereits im Jahr 2004 bei der europäischen Mondmission SMART-1 bewährt hat.

Fünf der Instrumente an Bord von Chandrayaan-1 stammen aus Indien, die anderen wurden von internationalen Gruppen aus Europa und den USA entwickelt. Einige dieser Geräte sollen etwa eine dreidimensionale, topographische Karte der Mondoberfläche erstellen. Ein weiteres Ziel der Mission ist die Suche nach gefrorenem Wasser. Frühere Missionen hatten Hinweise dafür geliefert, dass es an den Polen des Mondes - an den ewig im Schatten liegenden Rändern einiger Krater - Eis geben könnte.

MPG


 

 

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