Der größte Ring des Sonnensystems
"Die Dicke des Rings beträgt etwa 20 Saturndurchmesser und stimmt mit der vertikalen Bewegung Phoebes auf seiner Umlaufbahn überein", stellen Anne Verbiscer, Michael Skrutskie und Douglas Hamilton von der University of Virginia in Charlottesville fest. "Einschläge von Teilchen aus dem interplanetarischen Raum, aber auch aus der planetarischen Umgebung Saturns, auf dem Mond Phoebe können ständig neues Material für den Ring nachliefern."
Der neue Ring könnte zugleich ein altes Rätsel des Saturnsystems lösen. Der Saturnmond Japetus besitzt nämlich zwei höchst unterschiedliche Hemisphären: Während die "in Fahrtrichtung" liegende Hälfte des Mondes dunkel ist, ist leuchtet die entgegengesetzte Hälfte hell. Verbiscer und ihre Kollegen erklären diesen Unterschied nun mit Material aus dem Phoebe-Ring, das auf einer Spiralbahn langsam Richtung Saturn strömt. Da Phoebe - und damit auch der neue Ring - eine zu den anderen Monden gegenläufige Umlaufbahn besitzt, prallt der Staub aus dem Phoebe-Ring mit hoher Geschwindigkeit auf die Vorderseite von Japetus und färbt diese dunkel.
Neben Saturn besitzen in unserem Sonnensystem auch die Planeten Jupiter, Uranus und Neptun Ringe. Die meisten dieser Ringe liegen innerhalb weniger Planetendurchmesser. In diesem Bereich sind die Gezeitenkräfte des Planeten zu groß für die Entstehung von Monden. Bislang waren als Ausnahmen nur der E-Ring des Saturn und die so genannten Gossamer-Ringe (gossamer: englisch für hauchzart) des Jupiter bekannt, die jeweils bis zum fünffachen des Planetendurchmessers ins Weltall hinaus reichen.
