Der Mond schiebt sich vor die Sonne

Am 1. August kommt es zu einer totalen Sonnenfinsternis - wer das Schauspiel beobachten will, muss allerdings weit reisen
Partielle Sonnenfinsternis
Partielle Sonnenfinsternis
© Nasa
Hamburg - Eine totale Sonnenfinsternis ist wohl das eindrucksvollste Schauspiel, das der Himmel den Menschen auf der Erde zu bieten hat. Seit Urzeiten richten die Menschen ihren Blick voller Staunen - in früheren Zeiten auch voller Furcht - an das Firmament, wenn mitten am Tage plötzlich die Dunkelheit hereinbricht und die hellsten Sterne am Himmel erscheinen. Das Gezwitscher der Vögel verstummt, Stille senkt sich über das Land, um die verdunkelte Sonne leuchtet der Strahlenkranz der Korona auf.

Am 1. August bietet sich wieder einmal die Gelegenheit, dieses Himmelsspektakel zu bewundern - allerdings leider nicht in unseren Breiten. Die maximal 252 Kilometer breite Totalitätszone der Sonnenfinsternis zieht sich von Kanada über Grönland, Sibirien und die Mongolei nach China. Wer in den Genuss der Totalität kommen will, muss also nach Nowosibirsk, Bulgan oder Xian reisen.

Von Deutschland aus gesehen verläuft die Sonnenfinsternis eher bescheiden. Zwischen 25 Prozent (im äußersten Norden) und 5 Prozent (im äußersten Süden) der Sonne bedeckt bei uns die Scheibe des Mondes. Die partielle Sonnenfinsternis beginnt zwischen 10 Uhr 35 (Flensburg) und 10 Uhr 53 (München), ihren Höhepunkt erreicht sie zwischen 11 Uhr 25 (Saarbrücken) und 11 Uhr 40 (Görlitz), und zwischen 12 Uhr 10 (Saarbrücken) und 12 Uhr 35 (Stettin) hat der Mond die Sonne wieder ganz frei gegeben.

Dass es dieses Naturschauspiel überhaupt gibt, ist einem unglaublichen kosmischen Zufall zu verdanken. Denn Sonne und Mond sind höchst unterschiedliche Himmelskörper. Vierhundert Mal größer ist unser Zentralgestirn, aber - rein zufällig - auch vierhundert Mal weiter von der Erde entfernt als der Mond. Deshalb erscheinen Sonne und Mond am Himmel gleich groß, und nur deshalb kann der Mond die Sonne bei einer Finsternis nahezu passgenau verdecken.

Damit es überhaupt zu einer Finsternis kommen kann, muss der Mond von der Erde aus betrachtet in der gleichen Richtung stehen wie die Sonne, es muss also Neumond sein. Doch nicht bei jedem Neumond kommt es zu einer Sonnenfinsternis, denn die Bahn des Mondes liegt - relativ zur Bahn der Erde um die Sonne - schief im All. Meist zieht der Erdtrabant deshalb oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbei.

Nur zweimal im Jahr kann es zu Sonnenfinsternissen kommen. Totale Sonnenfinsternisse sind freilich noch erheblich seltener. Denn der zentrale Schatten des Mondes, der so genannte "Kernschatten", hat auf der Erde nur einen Durchmesser von maximal 268 Kilometern. Und nur wer sich innerhalb dieses Kernschattens aufhält, sieht die Sonne vollständig hinter dem Mond verschwinden. Für gerade einmal zwei Promille der Erdoberfläche ist die Verfinsterung der Sonne für wenige Minuten total. Wesentlich größer - einige Tausend Kilometer breit - ist die im Halbschatten des Mondes liegende Zone der "partiellen Finsternis". Die letzte totale Sonnenfinsternis war von Deutschland aus im Jahre 1999 zu sehen, die nächste gibt es erst 2135 zu bewundern.

Gefahr für die Augen (Infobox)

Das helle Licht der Sonne ist eine oft unterschätzte Gefahr für die Augen. Schon der - bei einer Finsternis unvermeidliche - häufige und länger andauernde Blick mit dem ungeschützten Auge in die Sonne kann zu einer permanenten Schädigung der Netzhaut führen. Bei Optikern lassen sich spezielle Finsternisbrillen erwerben, die eine gefahrlose Beobachtung ermöglichen. Rußgeschwärzte Gläser oder belichtete Filmnegative stellen keinen ausreichenden Schutz dar, da sie immer noch die Wärmestrahlung und zum Teil auch die UV-Strahlung durchlassen. Noch wichtiger ist ein ausreichender Schutz beim Blick durch Ferngläser, Fernrohre oder Teleobjektive. Unter keinen Umständen ohne einen geeigneten Filter mit einem Instrument direkt in die Sonne blicken!

eigener Bericht
Quelle: eigener Bericht


 

 

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