Das Sonnensystem ist asymmetrisch
Aus der heißen Atmosphäre der Sonne strömen ständig geladene Teilchen ins Weltall ab. Dieser "Sonnenwind" bewegt sich mit Überschallgeschwindigkeit nach außen und erzeugt eine Art Blase, eben die Heliosphäre, in dem dünn verteilten Gas zwischen den Sternen. Irgendwann jedoch ist der Sonnenwind so stark verdünnt, dass er das interstellare Gas nicht länger zurückdrängen kann. Dort, wo Sonnenwind und interstellares Gas aufeinander prallen, bildet sich eine Stoßwelle, der so genannte Termination-Schock.
Am 31. August und am 1. September vergangenen Jahres hat Voyager 2 diesen Termination-Schock gleich mehrfach durchquert, berichten jetzt die Wissenschaftler. Dies zeige, dass es in dieser Grenzzone teilweise heftige Gasströmungen nach innen und nach außen gäbe. Bereits im Dezember 2004 hatte die Schwestersonde Voyager 1 an anderer Stelle den Termination-Schock durchquert. Voyager 2 erreichte die Grenze der Heliosphäre jetzt in einem Abstand von 84 Astronomischen Einheiten - 10 Astronomische Einheiten näher, als Voyager 1. Eine Astronomische Einheit entspricht dem Radius der Erdbahn um die Sonne. Die Heliosphäre ist also nicht exakt kugelförmig, sondern asymmetrisch. Als Ursache für diese Asymmetrie kommt nach Ansicht der Wissenschaftler das lokale interstellare Magnetfeld infrage.
Voyager 1 und 2 waren 1977 gestartet und zunächst zu den Planeten Jupiter und Saturn geflogen. Die Lebensdauer der beiden Sonden übertraf alle Erwartungen der Forscher. Die Flugkörper erfreuen sich immer noch guter Gesundheit. Ihre radioaktiven Zerfallsbatterien könnten noch bis zum Jahr 2020 ausreichend Energie liefern um Daten vom Rand des Sonnensystems zur Erde übertragen.
