Cassini könnte Leben auf Saturnmond nachweisen

Organische Stoffe in der Eisfontäne von Enceladus könnten auf Mikroben in einem verborgenen Ozean auf dem Saturnmond hinweisen
Eisfontäne auf Enceladus
Eisfontäne auf Enceladus
© Nasa/Esa
Moffet Field (USA) - Vom Südpol des Saturnmondes Enceladus schießt eine mehrere tausend Kilometer hohe Eis- und Staubfontäne ins All. Wie diese Fontäne entsteht, ist noch unklar. Eine Möglichkeit ist, dass sie von einem Ozean gespeist wird, der unter der Oberfläche des etwa 500 Kilometer großen Himmelskörpers verborgen liegt. In einem solchen Ozean könnten auch primitive Lebensformen entstanden sein. Diese Lebensformen ließen sich möglicherweise bereits mit den Instrumenten der Raumsonde Cassini nachweisen, die seit 2004 den Saturn umkreist, schreibt jetzt ein amerikanisches Forscherteam im Fachblatt "Astrobiology".

Cassini ist bereits mehrfach durch die Fontäne von Enceladus hindurch geflogen, zuletzt am 12. März 2008 in einer Höhe von nur 48 Kilometern über der Oberfläche des Mondes. Dabei entdeckten die Forscher, dass die Fontäne nicht nur Eis und Staub, sondern auch organische Stoffe, insbesondere Methan, enthält. Methan kann einerseits durch nichtbiologische Prozesse entstehen, anderseits aber auch ein Ausscheidungsprodukt von Mikroben sein.

Christopher McKay vom Ames Research Center der Nasa und seine Kollegen legen nun dar, dass biologische Prozesse zu einer anderen Häufigkeitsverteilung der organischen Stoffe führen als nichtbiologische. So liege das Verhältnis von Methan zu schweren Kohlenwasserstoffen bei Produktion durch Mikroben im Bereich zwischen 2000 und 13.000, während nichtbiologische Prozesse Werte unterhalb von 1000 liefern.

Im Prinzip, so McKay und seine Kollegen, sei ein spezielles Massenspektrometer an Bord von Cassini in der Lage, solche Unterschiede nachzuweisen. Die Forscher hoffen nun auf die Möglichkeit, bei weiteren Durchflügen solche Messungen durchführen zu können.

Astrobiology
Quelle: "The Possible Origin and Persistence of Life on Enceladus and Detection of Biomarkers in the Plume", C. P. McKay et al.; Astrobiology, doi:10.1089/ast.2008.0265 (2008)


 

 

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