Buchmesse: Wenn der Text weiß, dass er gelesen wird

Deutsche Forscher präsentieren das Lesesystem Text 2.0, das den Leser individuell unterstützt und dank Blickverfolgung hilfreiche Fußnoten, Übersetzungen oder Multimedia-Effekte einblenden kann
Oben: Vom Eye-Tracker mit einer Frequenz von 50 Hz gemessene Blickpunkte während des Lesens einer Zeile; Unten: Blickpunkte gruppiert zu Fixierungen unterschiedlicher Dauer
© Biedert et al.

Schwieriger Lesestoff führt zum Blättern und Nachschlagen: Fremdwörter, Fußnoten oder Übersetzungen sind herauszufinden. Man könnte aber auch den Computer diese Arbeit tun lassen, sagen Saarbrücker Forscher. Ihr Lesesystem namens Text 2.0 nimmt die Augenbewegungen des Lesers wahr und reagiert auf jedes Stocken, Nochmal-Lesen oder auch Überfliegen mit einer passenden Einblendung auf dem Bildschirm. Auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert das Team aktuell seine neue "Augmented Text Engine", ein System für "angereicherten Text", das sogar auf Nachschlagewerke wie die Wikipedia zugreifen kann oder bei Bedarf die Silben langer Wörter trennt. Das Schwestersystem "eyeBook" hatten die Forscher bereits erstmals auf der CeBIT im Frühjahr vorgestellt: Es setzt mehr auf Entertainment und blendet passend zur Textstelle Töne oder Bilder ein, etwa Wind und Wolfsgeheul im Schauerwald. Die Details dieser Entwicklung beschreiben die Forscher im Fachblatt "Informatik-Spektrum". Neben der Software und der entsprechend aufbereiteten Lektüre sollen nur ein handelsüblicher Computer und ein Blickverfolgungssystem nötig sein, falls das System tatsächlich in einigen Jahren auf den Markt kommen sollte. ...



 

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