Besser Vollmilch statt Magermilch bei Akne?

Studie bestätigt Zusammenhang zwischen Gesichtspickeln und Konsum von entrahmter Milch bei Teenagern
Fast jeder Jugendliche leidet zeitweise – teils mehr, teils weniger – unter Akne.
Fast jeder Jugendliche leidet zeitweise – teils mehr, teils weniger – unter Akne.
© Shutterstock, Bild 177851702
Hershey (USA) - Jugendliche mit Akne trinken im Schnitt mehr Magermilch als Gleichaltrige mit gesunder Gesichtshaut. Diesen statistischen Zusammenhang bestätigt jetzt eine amerikanische Studie. Den Ergebnissen zufolge könnte der Konsum von Vollmilch anstelle von entrahmter Milch das Pickelrisiko in der Pubertät senken – falls es sich um eine ursächliche Beziehung handelt. Die tägliche Kalorienzufuhr und der Gesamtfettgehalt der Nahrung haben dagegen offenbar keinen Einfluss auf die Entwicklung der Hautkrankheit, berichten die Forscher im „Journal of the American Academy of Dermatology”.

Noch seien keine konkreten Ernährungsempfehlungen für Aknepatienten möglich, erklären Andrea Zaenglein und ihre Kollegen vom Pennsylvania State College of Medicine in Hershey. Dazu müssten zunächst spezielle Studien prüfen, ob ein Verzicht auf Magermilch tatsächlich die Symptome der Hauterkrankung lindern würde. Die Forscher ermittelten die Ernährungsgewohnheiten von 120 männlichen und weiblichen Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren, bei denen eine mäßig starke Gesichtsakne diagnostiziert worden war. Als Vergleich diente eine Gruppe von 105 Gleichaltrigen, die keine Anzeichen einer Akne zeigten.

In wiederholten telefonischen Befragungen gaben die Teilnehmer detaillierte Auskunft über ihren gesamten Nahrungskonsum des jeweiligen Vortags. Die daraus berechneten Durchschnittswerte für die tägliche Aufnahme an Fett, Protein und Kohlenhydraten waren bei beiden Gruppen etwa gleich. Für den Konsum von Vollmilch (3,5 % Fett) oder fettarmer Milch mit 2 % Fett sowie den Verzehr von Käse, Joghurt und anderen Milchprodukten mit vollem oder nur leicht reduziertem Fettgehalt ergaben sich ebenfalls keine statistisch relevanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Dagegen wurden in der Aknegruppe mehr Milch und Milchprodukte mit stark reduziertem Fettgehalt konsumiert. Von besonderer Bedeutung war ein höherer Konsum von Magermilch (Fettgehalt bis maximal 1 %). Die beiden Gruppen unterschieden sich nicht in den täglich mit dem Essen aufgenommenen Mengen an gesättigten und Trans-Fettsäuren. Bei der statistischen Auswertung wurden Alter, Geschlecht und Body-Mass-Index (BMI) berücksichtigt.

Ob der Konsum von Magermilch die Anfälligkeit für Akne erhöht, lässt sich durch diese Studie nicht nachweisen. Aber wenn weitere Untersuchungen einen solchen Schluss zulassen, stellt sich die Frage, auf welche Weise eine derartige Wirkung zustande kommt. Einige Forscher halten es für möglich, dass stark fettreduzierte Milch Wirkstoffe enthalten könnte, die menschliche Hormone beeinflussen oder direkt die Funktion der Talgdrüsen stimulieren, schreiben die Autoren. Bei einer Ernährungsempfehlung sei aber auch zu bedenken, dass sich Milch und Milchprodukte – ganz unabhängig vom Fettgehalt – positiv auf verschiedene Aspekte der Gesundheit auswirken. Zahlreiche klinische Studien hätten solche Effekte auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel sowie die Herz-Kreislauf-Funktion nachgewiesen.

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