Belebte Planeten bleiben länger lebensfreundlich
"In Zukunft entdecken wir hoffentlich nicht nur erdähnliche Planeten bei anderen Sternen, sondern können auch deren Atmosphären untersuchen", erklärt Kaveh Pahlevan vom California Institute of Technology in Pasadena, einer der beteiligten Forscher. "Wenn ältere Planeten dünnere Atmosphären besitzen, dann wäre das ein Hinweis darauf, dass der von uns vermutete Prozess universell am Werk ist."
Die Erde reguliert ihre Temperatur durch den Treibhauseffekt: Wasserdampf, Kohlendioxid und Methan agieren als Isolierschicht und halten die Oberfläche angenehm warm. Die Zunahme der Sonnenstrahlung hat unser Planet im Verlauf der vergangenen 4,5 Milliarden Jahren durch eine Abnahme des Kohlendioxid-Anteils in der Atmosphäre gekontert. Das Problem: Das System nähert sich dem Punkt, an dem nicht mehr genügend Kohlendioxid vorhanden ist, um die Temperatur weiterhin auf diese Weise zu regulieren. Damit aber steuert die Erde auf eine Überhitzung zu.
Einen Ausweg sehen Pahlevan und seine Kollegen in einer Reduzierung des Stickstoff-Anteils und einer damit einher gehenden Senkung des Drucks der Atmosphäre. Stickstoff macht derzeit 78 Prozent der Luft aus und bietet deshalb ein großes Reservoir für die Klimaregulierung. Und die Biosphäre selbst könnte diesen Vorgang antreiben, denn Stickstoff ist in den Zellen aller Lebewesen enthalten und kann so der Luft entzogen werden. Die Forscher wollen nun durch die Untersuchung von in Lava eingeschlossenen Luftbläschen prüfen, ob dieser Prozess bereits in der Vergangenheit zur Stabilisierung der Temperatur auf der Erde beigetragen hat. Nach den Berechnungen von Pahlevan und seinen Kollegen könnte der Stickstoff-Prozess die Erde weitere 1,3 Milliarden Jahre lebensfreundlich erhalten.
