Auch Exoplaneten kreisen in einer Ebene
"Das ist der erste Nachweis der Koplanarität bei einem normalen Exoplanetensystem", erklärte Jacob Bean vom Institut für Astrophysik in Göttingen. Zuvor war ein solcher Beweis nur für drei planetenähnliche Körper geführt worden, die einen Pulsar, also einen toten Stern, umkreisen.
Bean und sein Kollege Andreas Seifahrt hatten alle verfügbaren Beobachtungsdaten des Systems von Gliese 876 einer so genannten Monte-Carlo-Analyse unterzogen. Dabei erzeugt ein Computer nach einer Zufallsmethode Bahnparameter für die Planeten und überprüft, wie gut die resultierenden Bewegungen jeweils mit den Beobachtungen übereinstimmen. Es zeigte sich, dass die Beobachtungsdaten sich nur dann reproduzieren lassen, wenn die Bahnen der beiden äußeren Planeten um nicht mehr als fünf Grad gegeneinander geneigt sind.
"Diese Koplanarität ist in Übereinstimmung mit einer Entstehung dieser Planeten aus einer Gas- und Staubscheibe, so wie es auch in unserem Sonnensystem der Fall ist", sagt Bean. Die Analyse der beiden Forscher zeigt auch, dass die Bahnen der beiden Planeten um etwa 50 Grad gegen die Himmelsebene geneigt sind. Über die Bahn des dritten, inneren Planeten von Gliese 876 können Bean und Seifahrt bislang noch keine Aussage machen - dafür sind noch weitere Beobachtungen nötig.
