Astro-Software archiviert antike Bücher
In den 1970er Jahren entwickelten Wissenschaftler der Nasa und der Esa gemeinsam FITS, das „flexible image transportation format“, auf Deutsch: flexibles Transport-Format für Bilder. Ursprünglich für die Radioastronomie konzipiert, findet FITS heute in allen Bereichen der Himmelskunde Verwendung. „Alle Arten von Daten, die in der Astronomie anfallen, passen in dieses Format“, erklärt Pedro Osuna, der Leiter der wissenschaftlichen Archive der Esa.
Eines der großen Probleme bei der digitalen Archivierung von Bildern und Daten ist die schnelle Veränderung der Standards: Schon nach wenigen Jahren können alte Daten von neuen Programmen häufig nicht mehr verarbeitet werden. FITS wurde von Anfang an so konzipiert, dass dieses Problem nicht auftritt. „Ein Programm, das heutige FITS-Daten lesen kann, kann auch welche von vor zwanzig Jahren lesen“, so Osuna. „FITS ist grundsätzlich rückwärtskompatibel.“
Diese Eigenschaft macht FITS auch zur idealen Lösung für die Bibliothek des Vatikans. Die Bibliothek enthält rund zwei Millionen Bücher und Manuskripte, darunter über 150.000 Handschriften-Bände aus der Zeit vor der Erfindung der Druckerpresse – einige dieser Schriften sind bis zu 1.800 Jahre alt.
