Asteroid mit Eiskruste
Dass es im Inneren von Asteroiden Wasser geben könnte, vermuten die Astronomen schon länger. So lieferten sowohl spektroskopische Untersuchungen als auch Analysen von Meteoriten Hinweise auf den Einfluss von Wasser in der Entstehungsphase der Himmelskörper. In den vergangenen Jahren wurden zudem mehrere Objekte im Asteroidengürtel entdeckt, die eine kometenartige Aktivität aufweisen - ein Hinweis auf das Verdampfen von Eis. Ein Teil dieser Körper bewegt sich auf ähnlichen Bahnen wie Themis, scheint also vom gleichen Ursprungskörper zu stammen.
Die ausgedehnten Eisvorkommen auf der Oberfläche von Themis sind gleichwohl eine Überraschung für die Wissenschaftler. Denn im Asteroidengürtel sollte Eis an der Oberfläche innerhalb weniger Jahre verdampfen. Demnach müsse das Eis stetig aus dem Inneren des Kometen nachgeliefert werden, so die Forscher.
Modellrechnungen zeigen, dass sich schon wenige Meter unter der Oberfläche Eis über mehrere Milliarden Jahre halten könnte. Langsam verdampfendes Eis würde an die Oberfläche dringen, dort teilweise wieder kondensieren und so die beobachtete dünne Eisschicht bilden. Weitere Beobachtungen sollen nun zeigen, ob Themis und die anderen Mitglieder seiner Asteroiden-Familie eine Ausnahme sind oder ob vielleicht die Mehrheit der Asteroiden wasserhaltiger ist als bislang vermutet. Das wäre ein wichtiges Indiz für die These, dass das Wasser unserer Ozeane durch Asteroiden zur Erde gebracht wurde. Denn bei ihrer Entstehung befand sich die Erde innerhalb der so genannten "Schneegrenze", außerhalb welcher Wasser kondensieren und so zu einem Bestandteil der sich formenden Himmelskörper werden konnte. Ein genauer Vergleich der Isotopenverteilung von Wasserstoff im Wasser der irdischen Ozeane und auf den Asteroiden könnte in Zukunft den endgültigen Beweis für diese Theorie liefern.
