Ablagerungen deuten auf Mars-Ozeane
"Wir haben die Daten des Gammastrahlungs-Spektrometers für Kalium, Thorium und Eisen innerhalb und außerhalb der Küstenlinien verglichen", erläutert James Dohm von der University of Arizona, der die Untersuchung leitete. Sowohl die Aufnahmen der Viking-Sonden in den 1970er Jahren als auch späterer Raumfahrzeuge hatten auf der Oberfläche des Planeten Strukturen gezeigt, die auffällig Küstenlinien ausgetrockneter Ozeane ähneln. Doch unter den Forschern ist diese Interpretation bis heute umstritten.
Das Gammastrahlungs-Spektrometer an Bord von Mars Odyssey kann chemische Elemente bis zu 30 Zentimeter tief im Boden des Planeten messen. Dazu registriert das Messgerät die Gammastrahlung, die die Atome aussenden, wenn sie von hochenergetischen Teilchen aus dem Weltall getroffen werden. "Das Material auf den beiden Seiten der Küstenlinien unterscheidet sich", sagt Victor Baker, einer der Mitarbeiter von Dohm, "und das ist genau das, was wir erwarten, wenn wir auf der einen Seite Sedimentablagerungen und auf der anderen Seite Erosionsprozesse haben."
Dohm, Baker und ihre Kollegen weisen jedoch darauf hin, dass die Geschichte der Ozeane auf dem Mars ganz anders verlaufen sei als auf der Erde. Während die irdischen Ozeane seit vier Milliarden Jahren existieren, waren die Meere des Mars nur vorübergehende Erscheinungen, die nach einigen hundert oder tausend Jahren wieder verschwanden. Vermutlich haben sich die Tiefebenen auf dem Mars immer dann mit Wasser gefüllt, wenn der Planet vulkanisch aktiv war.
