21 Milliarden Sonnenmassen - neuer Rekord bei Schwarzen Löchern
Nach heutigen Erkenntnissen beherbergen nahezu alle Galaxien große Schwarze Löcher in ihren Zentren. Die Beobachtung extrem leuchtkräftiger Objekte - so genannter Quasare - im frühen Kosmos deuten darauf hin, dass einige dieser Schwarzen Löcher Massen von über zehn Milliarden Sonnenmassen besitzen. Diese gewaltigen Schwerkraftmonster sollten auch heute noch existieren, doch bislang konnten die Forscher solche Giganten im nahen Kosmos nicht aufspüren.
Nicholas McConnell von der University of California und seinen Kollegen ist dies nun gelungen. Mit zwei Großteleskopen auf Hawaii hatten sie die Bewegung der Sterne in den beiden hellsten Galaxien in zwei mit rund 320 Millionen Lichtjahren astronomisch gesehen nahen Galaxienhaufen untersucht. Da die Geschwindigkeit der Sterne stark von der Masse des zentralen Schwarzen Lochs abhängt, konnten die Wissenschaftler über eine Modellierung der Sternbewegung diese Massen bestimmen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent hat das Schwarze Loch von NGC 3842 eine Masse von 7,2 bis 12,7 Milliarden Sonnenmassen, bei NGC 4889 liegt der Wert im Bereich 9,8 bis 27 Milliarden Sonnenmassen. Die wahrscheinlichsten Werte sind 9,7 und 21 Milliarden Sonnenmassen.
Diese Massen sind signifikant größer als die Werte, die sich aus einer Extrapolation der Massen von Schwarzen Löchern bei kleineren Galaxien ergibt. McConnell und seine Kollegen folgern daraus, dass das Wachstum der größten Galaxien und ihrer Schwarzen Löcher von anderen Entwicklungsprozessen bestimmt wird als bei kleineren Galaxien.
